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18.02.2016

Werben im Ausland

Teil 3: Indien

Werbeplakat vor dem Taj Mahal
© Shutterstock

Indien assoziieren viele mit bunten Gewändern, exotischen Gewürzen und der Religion des Hinduismus. Doch die asiatische Republik ist auch vom Standpunkt der Werbekommunikation betrachtet sehr interess

Indien assoziieren viele mit bunten Gewändern, exotischen Gewürzen und der Religion des Hinduismus. Doch die asiatische Republik ist auch vom Standpunkt der Werbekommunikation betrachtet sehr interessant.

Die indische Kultur unterscheidet sich in zahlreichen Punkten von der europäischen. Durch die lange Geschichte und die damit sehr alten Traditionen und kulturellen Besonderheiten müssen westliche Unternehmen häufig erst ein Verständnis für Indien entwickeln.

Welche Werbeformen sind vorherrschend

Früher galt das von Hand bemalte Plakat als typisches Werbemittel in Indien. Inzwischen findet man derartige Plakate lediglich bei kleinen Händlern mit wenig finanziellen Mitteln. Unternehmen können bedruckte Plakate in Städten anbringen, Print und auch TV nutzen. Texte zeigen in Indien dabei weniger Wirkung als visuelle Bilder, die ausdruckstark die Betrachter ansprechen.

Da in Indien der Verkauf von Printmagazinen, anders als bei uns, nicht zurückgeht, sondern sogar gegenteilig eher zunimmt, bietet sich besonders die Werbung in derartigen Publikationen an, um viele Leser zu erreichen. Eine der wirkungsvollsten Varianten der Verbreitung von Werbung ist aber das Zeigen von Werbespots im Fernsehen.

Als Werbeträger und Botschafter sollte man dabei am besten auf indische Bollywood-Stars setzen, da diese durch ihre hohe Popularität größtmöglichen Erfolg versprechen. Sport hingegen ist, abgesehen von Kricket, weniger werbewirksam wie in Europa.

Indische Symbolik und die Bedeutung von Farben

Indien ist als Land, in dem ein Großteil der Bevölkerung der hinduistischen Religion angehört, stark von religiösen Symbolen geprägt. Da der Glaube für die Einheimischen eine große Rolle spielt, ist ein respektvoller Umgang mit der Religion und ihren Bräuchen ausgesprochen wichtig. Das Rind als eines der heiligsten Tiere sollte beispielsweise nicht verunglimpft werden.

Gerade im bunten Indien ist auch die Bedeutung der einzelnen Farben interessant. Als Farbe des Hinduismus ist Violett besonders bedeutsam. Rot kann sowohl für Liebe und Schönheit als auch für Angst und Feuer stehen, während Blau Unendlichkeit und Orange wiederum Mut, Aufopferung sowie Entsagung darstellen kann. Doch auch unbunte Farben haben Bedeutung. Schwarz soll den Bösen Blick abwehren und Weiß steht sinnbildlich für Trauer.

Verbote

Wie in anderen Ländern auch, gibt es in Indien Grenzen der Werberegeln. So ist Werbung für Tabak und Alkohol verboten, ebenso wie für Säuglingsnahrung, da die Regierung von den Müttern erhofft, dass diese sich dadurch entscheiden, ihre Kinder selbst zu stillen.

Tradition und Moderne

Indien ist ein Land, das intensiv von Tradition beeinflusst ist. Aber die Auslegungen der Kultur wandeln sich und werden flexibler. Der Sari ist beispielsweise ein traditionelles Gewand der Inder, doch Jeans, die auch häufig in der Werbung vorkommen, sind eine moderne Möglichkeit, sich zu kleiden.

Außerdem wird in der Werbung des Öfteren ein westlicher Lebensstil als wünschenswert dargestellt. So ist es nicht verwunderlich, dass die indische Werbung zwar in Bezug auf Freizügigkeit noch eher konservativ ist, sich aber den westlichen Standards in dieser Hinsicht allmählich ein wenig annähert.

Indien ist ein Land, das zwischen Tradition und Moderne steht und von beiden Seiten beeinflusst ist. Somit lohnt es sich, mit beiden Wertvorstellungen vertraut zu sein, wenn es darum geht, wirkungsvolle Werbung zu schalten.

Autor: Monika Allesch
Autorin Monika Allesch

Gerade erst in den Journalismus gestartet, will sie am liebsten gleich ihrer Lieblingsstadt New York City einen Besuch abstatten. Bis dahin gilt: wenn sie nicht in irgendeinem Museum anzutreffen ist, macht sie wahrscheinlich gerade mit ihrem pastellblauen Cabrio die Straßen unsicher.