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02.01.2016

Werben im Ausland

Die Vereinigten Arabischen Emirate

Vor einer modernen Stadt befinden sich Kamele und eine Werbetafel, auf der ein Fragezeichen abgebildet ist
© Shutterstock

Viele Unternehmen agieren heutzutage global. Gerade bei Werbung, die international funktionieren soll, gibt es einiges zu beachten.

Andere Länder, andere Werbung

Wenn Sie im Ausland wirkungsvoll werben wollen, ist es wichtig, dass Sie sich mit den regionalen Regelungen vertraut machen, sich über die jeweiligen Kulturen informieren und diese auch nachvollziehen. Dadurch ist man auf der sicheren Seite und kann Kunden für seine Produkte begeistern, ohne Aufmerksamkeit im negativen Sinn auf sich zu ziehen.

Natürlich variieren die Vorschriften von Land zu Land. Um Ihnen einen Überblick zu verschaffen, stellen wir Ihnen in der Serie Werben im Ausland ein paar ausgewählte Nationen vor. Dieser Artikel kann allerdings nicht alle möglichen Einschränkungen und Vorschriften darstellen und ersetzt damit keine eigene Recherche. Er gibt aber einen guten Eindruck davon, welche Thematiken Sie unbedingt beachten müssen.

Wer sich entscheidet, in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu werben, hat sich eine wirtschaftlich gut situierte Föderation ausgesucht. Doch es gilt, etliche Aspekte bei der Erstellung und Verwendung von Werbung zu berücksichtigen.

Gebote und Verbote

Es gilt, besonders in Bezug auf kulturelle Punkte sensibel zu sein. Das Werberecht in den Vereinigten Arabischen Emiraten besagt, dass Respekt gegenüber Religion allgemein und den islamischen Überzeugungen im Speziellen notwendig ist. Aber auch bei den staatlichen Werten ist Vorsicht geboten.

Grundsätzlich ist es untersagt, unmoralische Werbung zu verbreiten. Keine Gesellschaftsgruppen, wie beispielsweise Frauen oder Kinder, dürfen durch die Werbung diskriminiert werden und Gewalt fördernde Werbung ist ebenfalls nicht zulässig.

Man muss stets den Verbraucherschutz und die Wettbewerbsregeln der Vereinigten Arabischen Emirate beachten und darf keine Verletzung von Marken- oder Bildrechten verursachen.

Werbung für Alkohol und Tabak ist verboten. Das liegt daran, dass die betreffenden Produkte in dieser Gegend für gewöhnlich nicht konsumiert werden. Da es sich bei den Vereinigten Arabischen Emiraten um ein islamisches Land handelt, darf Alkohol selbst von Nicht-Muslimen nur mit einer bestimmten Lizenz getrunken werden.

Was es außerdem zu beachten gibt

Damit die Werbung wirkungsvoll und dabei nicht missverständlich oder gar beleidigend ist, sollte noch auf weitere Punkte geachtet werden.

Die Werbung in den Vereinigten Arabischen Emiraten muss entweder auf hocharabisch oder in lokalem Dialekt präsentiert werden. Die arabische Sprache wird allerdings von rechts nach links gelesen. Damit es nicht zu unverständlichen Aussagen kommt, muss dieser Aspekt berücksichtigt werden.

Auch der richtige Einsatz von Farben ist empfehlenswert. Die Farbe Gelb steht in dieser Gegend für Glück und Wohlstand und Blau symbolisiert Tugend, Vertrauen und Wahrheit. Um gewisse Werte zu betonen, lohnt es sich, sich mit den Farbbedeutungen auseinanderzusetzen und die jeweiligen Farben dann in die Werbung einzubinden.

Man sollte auch noch darauf achten, Models, insbesondere die weiblichen, die in der Werbung zu sehen sind, nicht zu unsittlich zu kleiden, da generell zu viel Freizügigkeit in dieser Gegend als nicht angemessen angesehen wird und in der Werbung daher unpassend ist.

Es ist nie von Nachteil, über die landestypischen Regeln Bescheid zu wissen, damit man die Werbung bewusst anpassen kann, ohne versehentlich potenzielle Kunden abzuschrecken oder gar zu brüskieren.

Links: schmutziger Wäschehaufen, Mitte: Waschmaschine, Rechts: saubere Wäsche
Die Aussage dieses Bildes ändert sich durch die Leserichtung. In westlichen Ländern wird die Wäsche sauber, in arabischen wird sie schmutzig.
Autor: Monika Allesch
Autorin Monika Allesch

Gerade erst in den Journalismus gestartet, will sie am liebsten gleich ihrer Lieblingsstadt New York City einen Besuch abstatten. Bis dahin gilt: wenn sie nicht in irgendeinem Museum anzutreffen ist, macht sie wahrscheinlich gerade mit ihrem pastellblauen Cabrio die Straßen unsicher.