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15.12.2015

Crowdfunding Spezial

Moderne Arten der Finanzierung

Grafische Darstellung von zwei Gruppen von Menschen, die einem Unternehmer mit einer Idee Geld leihen
© Shutterstock

Wer heutzutage ein Projekt realisieren will, ist nicht mehr darauf angewiesen, um einen Kredit zu betteln. Wer mit seiner Idee überzeugt, kann die Investition auf viele Schultern verteilen.

Die verschiedenen Formen des Crowdfunding

Grafische Darstellung eines Finanzierungskreislaufs beim Crowdfunding
© Shutterstock

Unterschiedliche Online-Portale bieten heutzutage die Möglichkeit, Investoren für ein Projekt oder ein Produkt zu finden. Mittlerweile ist es aber nicht mehr so einfach, die passende Variante dieser Finanzierungsmöglichkeit zu wählen, da das Angebot an Plattformen inzwischen ausgesprochen groß geworden ist.

Man unterscheidet zwischen vier Formen des Crowdfundings:

  1. klassisches Crowdfunding: Die Investoren werden durch Vorteile oder mit dem fertigen Produkt entlohnt.
  2. Crowdinvesting: Die Investoren erhalten Anteile am Gewinn, der aus dem verwirklichten Projekt resultiert, oder werden auf eine andere Weise am fertigen Projekt beteiligt.
  3. Crowdlending: Das zur Verfügung gestellte Geld ist lediglich ausgeliehen und wird nach der Fertigstellung zurückgezahlt. Dieser Weg ist einem Kredit am ähnlichsten, jedoch ist kein Bankinstitut involviert.
  4. Spenden Crowdfunding: Das Geld wird gespendet, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.

Wo Sie Ihr Geld sinnvoll in Projekte anlegen können

Große Plattformen wie Kickstarter oder Startnext sind mittlerweile bekannt und viele Projekte versuchen, darüber Investoren zu gewinnen.

Doch es gibt auch eine Reihe weiterer Plattformen, die speziellere Angebote an Projekte richten und bei denen die Konkurrenzsituation um Investoren noch nicht so hoch ist. Vier dieser Plattformen, eine davon kurz vor der Fertigstellung, stellen wir Ihnen an dieser Stelle vor:

Logo von PRIKK
© PRIKK
  • PRIKK
    PRIKK
    ist eine Crowdfundingplattform, die sich an Verbraucher sowie Unternehmen, Vereine, Stiftungen und Organisationen aller Art richtet, und ihren Sitz in Wien hat.

    Besonders an diesem Start-Up Unternehmen ist, dass die Provisionierung bei null Prozent liegt und nur Transaktionen mit der Bank verrechnet werden. Diese betragen in diesem Fall drei Prozent und sind abschließend, wenn das Ziel erreicht ist, vom Projektträger zu zahlen.

    Das Geld fließt, abgesehen von den Transaktionskosten, komplett in das Projekt, und die Investoren und Spender erhalten vielfältige Gegenleistungen, beispielsweise Autogrammkarten oder Widmungen.

    Wer in Österreich, Deutschland oder der Schweiz lebt und selbst prikken will, kann dies ab März 2016 tun. Eine kostenfreie Registrierung ist bereits jetzt möglich.
Logo von Bergfürst
© Bergfürst
  • Bergfürst
    Eine Plattform, die das Modell des Crowdinvesting vertritt, ist das Berliner Unternehmen Bergfürst.

    Mit dem Motto „Neu denken, anders handeln“ bietet Bergfürst Privatanlegern die Möglichkeit, bereits ab zehn Euro Mindestbetrag zu investieren. Das Geld soll zur Verwirklichung von Start-Ups, jungen Wachstumsunternehmen und Immobilien beitragen.

    Die Plattform wirbt mit Rendite-Chancen bei Unternehmen und Festzinsen bei Immobilien. Damit versucht Bergfürst, sowohl renditeorientierten als auch konservativen Anlegern gerecht zu werden.
Logo von Lendico
© Lendico
  • Lendico
    Wer sich für das Modell des Crowdlending interessiert, kann einmal einen Blick auf die Website von Lendico werfen.

    Hierbei handelt es sich um eine Plattform, bei der Investoren selbst entscheiden können, wie groß das finanzielle Risiko ist, das sie eingehen wollen. Je nachdem, ob man eher konservativ oder offensiv handelt, variieren auch die Renditechancen. Als Investor kann man sich dabei einfach ein Projekt aussuchen, das man unterstützen möchte.

    Lendico wirbt damit, dass beide Seiten, sowohl Kreditnehmer als auch Anleger, profitieren. So bietet sich für Kreditnehmer eine bequeme Möglichkeit der Investition und die Unterstützer erhalten monatliche Zins- und Tilgungszahlungen.

    Außerdem wird eine hohe Qualität der ausgewählten Projekte betont, da diese vor der Freischaltung erst geprüft werden. Letztendlich werden nur ungefähr zehn Prozent der Anlageprojekte auch freigeschaltet. Dadurch erhalten nur vertrauenswürdige Kreditnehmer eine Finanzierung.
Logo von I care for you
© I care for you
  • I care for you
    Abschließend soll hier noch ein Crowdfunding-Portal vorgestellt werden, auf dem durch Spenden finanzierte Projekte präsentiert werden.

    I care for you ist eine Plattform aus der Schweiz, die sich auf humanitäre Projekte spezialisiert hat.

    Dabei wird eine Vielzahl an sozialen Themen wie Entwicklungshilfe, Integration und auch Tierschutz angeboten. Ziele der Plattform sind, Hilfe zur Selbsthilfe zu fördern und nachhaltig zu agieren.

    Finanzielle Unterstützung können natürliche Personen und Unternehmen leisten. Man muss kein Staatsbürger der Schweiz sein, sondern lediglich eine Kreditkarte besitzen, um für vorgestellte Projekte spenden zu können. Nur die Projektersteller müssen den Wohn- oder Organisationssitz in der Schweiz haben.

    Dabei gilt: Wenn das Projekt durchgeführt werden kann, bekommen die Spender ein Dankeschön, beispielsweise in Form einer Kinderzeichnung. Sollte es nicht zur Realisierung des Projekts kommen, erhalten die Spender ihr Geld wieder zurück.

Investieren in die Zukunft

Crowdfunding ist eine moderne und wirkungsvolle Variante, Projekte zu unterstützen oder selbst das Geld von Investoren für eigene Visionen zu erhalten.

Gerade durch die unterschiedlichen Formen von Crowdfunding bietet sich ein vielfältiges Spektrum an Möglichkeiten.

Autor: Monika Allesch
Autorin Monika Allesch

Gerade erst in den Journalismus gestartet, will sie am liebsten gleich ihrer Lieblingsstadt New York City einen Besuch abstatten. Bis dahin gilt: wenn sie nicht in irgendeinem Museum anzutreffen ist, macht sie wahrscheinlich gerade mit ihrem pastellblauen Cabrio die Straßen unsicher.