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05.02.2016

Erfolg mit Leidenschaft

Holger Jung

Portrait: Holger Jung
© Proxenos

Vom Studienabbruch zum führenden Kreativkopf der deutschen Werbewirtschaft. Seine Geschichte und seine Leidenschaften in einem Porträt.

Der Hamburger verfügt über einen sehr langen Lebenslauf, der geprägt ist von Knicken, Abzweigungen und doch immer wieder nach oben zeigt. Nach seinem ersten Studiumsversuch in den Kommunikationswissenschaften und einer kurzen Romanze mit der Werbefotografie kehrte er zurück an die Universität und studierte Jura. Auch das ohne Abschluss. Selbstzweifel kamen auf: „Ich fragte mich damals: ‚Welchen Beruf willst du von der Pike auf erlernen?‘“ Die Antwort war schnell gefunden. Der Weg konnte nur in die Werbung gehen.

In drei Schritten zur Geschäftsführung

Den Anfang machte er bei Lintas, der damaligen Nummer Eins auf deutschem Terrain, als Trainee. Der Name Lintas wird heute nur noch wenigen etwas sagen, aber Holger Jung nutzte die Jahre der Ausbildung und auch danach in der Mediaberatung, um Erfahrungen und Kontakte zu knüpfen. Gerade die Beratungsleistung und der enge Kontakt zu Kunden und Zielgruppen schufen eine gute Basis für die späteren Erfolge.

Der nächste große Schritt kam rund zehn Jahre nach dem Einstieg in die Werbeindustrie durch den Wechsel zu Scholz & Friends. Die inhabergeführte Kreativagentur bot ein völlig anderes Umfeld und eine andere Arbeitsweise, wie er es von dem Konzern Lintas kannte. Kreativität war ein sehr wichtiger Baustein in dieser Phase und half ebenfalls, die Grundlage für Jung von Matt aufzubauen.

1991 erfolgte dann der letzte Schritt in die Selbständigkeit. Seinen Partner Jean-Remy von Matt hatte Holger Jung drei Jahre zuvor beim Scheidungsrichter kennen gelernt. Von Matt trennte sich gerade von seiner damaligen Frau, die beim Termin in Begleitung des neuen Partners erschien: Holger Jung. Offensichtlich hatte diese Scheidung nicht nur auf der privaten Ebene weitreichende Folgen.

„Es war keine Entscheidung gegen andere Agenturen, sondern eine Entscheidung für uns.“

Diese Aussage von Holger Jung beim Symposium „Wege in den Traumberuf Medien“ 2009 in Hamburg zeigt deutlich die Intention, die Holger Jung mit der Gründung von Jung von Matt verfolgte: Eigene Ideen verwirklichen; den Weg gehen zu können, der nur möglich ist, wenn man sein eigener Chef ist.

Doch die Agentur war immer nur ein Teil seines Leben und auch seines Arbeitslebens. Von 2002 bis 2008 war er Präsident des GWA (Gesamtverband Kommunikationsagenturen). Selbst wenn dies keine kreative Tätigkeit war, so reizte es ihn, als Motivator auf die Entwicklung einer ganzen Branche positiv einzuwirken. Seit 2003 ist er zudem an der Hochschule Wismar Professor für Werbung und seit 2012 Honorarkonsulat des Fürstentums Monaco.

Autos und Gitarren

Zwei Konstanten haben Holger Jungs Leben beinahe so geprägt wie seine Arbeit, die Werbewelt Deutschlands. Schon zu Schulzeiten hatte er in Bands gespielt und dabei immer die Gitarre als Instrument bevorzugt. Gerade volljährig geworden, kam als zweite Leidenschaft das Automobil hinzu. Da überrascht es nicht, dass Sixt der erste Kunde bei Jung von Matt war und sich gerade die großen Automarken als Kunden die Klinke in die Hand gaben.

Privat fuhr er immer Autos, die in der jeweiligen Zeit zu seiner Situation passten. Von VW und Opel über Mercedes bis Porsche kennt Holger Jung sehr viele Modelle unterschiedlichster Marken aus eigener Erfahrung.

Ebenso steht es um seine Kenntnisse bei Gitarren. Seine Sammlung verschiedenster Gitarren, akustisch wie elektronisch, kann sich sehen lassen. Wer mehr über den Musiker Holger Jung, über seine Leidenschaft des Sammelns und über den Menschen erfahren möchte, hat eine gute Chance beim Video-Interview, das Holger Jung dem Musik-Fachmagazin Amazona.de gegeben hat.

Autor: Michael Hochholdinger
Chefredakteur Michael Hochholdinger

Hat die deutsche Sprache in den USA studiert. Hat in der IT als Entwickler und in der Verlagsbranche als Product Manager gearbeitet. Ist jetzt Redakteur und Content Marketing Manager. Wollte schon immer einmal auf dem Rücken einer Schildkröte durchs Universum treiben.